Zum “Ried Projekt”

Wir sind verrückt! Wir spielen mit der Natur, als sei es ein “Spiel ohne Grenzen”, jene TV-Show der 60er und 70er Jahre, in der das geschickteste Team den ersten Preis einheimste. Auch hier bei uns werden am Schluss die Geschicktesten gewinnen. Die nämlich, die in möglichst kurzer Zeit möglichst große Schäden angerichtet haben.
Diese großen ökonomischen Strategen und Gurus wissen nicht, daß Wachstum nur einen Sinn haben kann, wenn er Hand in Hand mit dem Profit geht: mit nachhaltigem Profit aber. Mit einem gemeinschaftlichen Profit, in dem Gewinn als Steigerung der Lebensqualität für die gesamte Bevölkerung verstanden wird.
 
Wir leben in einem Irrenhaus. Im Ultental hat sich eine Mehrheit der Bevölkerung gegen die Umlaufbahn auf der Schwemmalm ausgesprochen. Trotzdem wird sie gebaut. In wessen Namen? Im Namen des Fortschritts? Und worin besteht dieser Fortschritt? Was bringt er uns? Und zu welchem Preis? Schlechter Fortschritt ist Rückschritt!
 
Der Gipfel des Kronplatzes ist ein Un-Platz. Fast so schlimm wie Las Vegas. Ein Zement-Tsunami ist über ihn hinweggefegt, hat alles überflutet, kaputt gemacht. Die Unkultur hat ihr Bestes gegeben. Schönheit wurde weggefegt wie zu Asche verbrannte Kohle, die ihren Zweck erfüllt hat. Nur eines ist zurückgeblieben: der Anblick der Berge ringsum – vorausgesetzt, wir sehen sie überhaupt noch. Wir, die Beherrscher der Welt. Unsere Unkultur hat die Schönheit besiegt.
 
An den Hängen dieses vergewaltigten Berges gibt es noch ein paar unberührte Winkel, deren Unversehrtheit es zu bewahren gilt. Es ist auch unsere Unversehrtheit, ein Teil unseres Lebens.
Das als fortschrittlich angediente “Ried-Projekt” stinkt nach Überholtem. Es wird den Menschen keine Wohltaten bringen. Im Gegenteil, es wird noch mehr Verletzte in das Brunecker Krankenhaus schaffen. Das Projekt ist obsolet und wird auch keine Vorteile im Sinne von weniger Verkehr auf den Straßen bedeuten.
Ich spreche mich gegen das “Ried-Projekt” aus, weil nur wenige daran gewinnen. Viele, zu viele werden daran verlieren.

michil costa, Tageszeitung

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